Bayerische Gaststätten verzeichnen große Umsatzsteigerung
Veröffentlicht von Udo Hattwig   
Mittwoch, 29 Oktober 2008

Nichtraucher-Initiative fordert Raucherräume oder Raucherkabinen ohne Bedienung!

Das Gesundheitsschutzgesetz, das seit 1. Januar in Bayern gilt, hat der Getränkegeprägten Gastronomie in Bayern im ersten Halbjahr ein reales Umsatzplus von 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr beschert. Dies belegen die Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung.

"Den in der Öffentlichkeit immer wieder beklagten Umsatzrückgang durch das Rauchverbot in Gaststätten gibt es nicht", stellt Ernst-Günther Krause, Vorsitzender der Nichtraucher-Initiative München (NIM), fest. Bei den negativen Einzelfällen handle es sich häufig um Gastwirte, denen rauchfreie Gaststätten grundsätzlich zuwider seien und die alles Mögliche getan hätten, um nichtrauchende Gäste abzuhalten, statt sich auf die neue Situation einzustellen und ihre rauchenden Gäste um Verständnis zu bitten.

Die Koalitionsvereinbarung zwischen CSU und FDP nimmt die NIM zum Anlass, sämtliche 186 Landtagsabgeordnete über diesen Sachverhalt zu informieren, denn "Herr Seehofer und Herr Zeil haben Entscheidungen auf der Basis falscher Informationen getroffen", folgert Krause und befürchtet, dass jede Verschlechterung des Nichtraucherschutzes angesichts der im nächsten Jahr zu erwartenden wirtschaftlichen Rezession in einer "Umsatzkatastrophe für das Gaststättengewerbe" enden würde.

Um den Rauchern entgegen zu kommen, schlägt die NIM vor, das Rauchen in einem Raum oder in einer Kabine zu erlauben, "wenn Raum und Kabine so beschaffen sind, dass kein Tabakrauch nach außen dringen kann". Vergleichbare Regelungen gelten in Frankreich und Italien. "Entscheidend ist, dass weder Gäste noch Personal gefährdet werden können", betont Krause. Deshalb dürfe in diesen Einrichtungen weder gegessen noch getrunken, sondern nur geraucht werden.

"In den bayerischen Gaststätten hat im Januar 2008 ein Umstrukturierungsprozess der Gäste begonnen – von Rauchern hin zu Nichtrauchern", erklärt der NIM-Vorsitzende. Dieser habe sich positiv auf die Umsätze des Gaststättengewerbes ausgewirkt und den über ein Jahrzehnt andauernden jährlichen Umsatzrückgang beendet. Repräsentativstudien der GfK Marktforschung belegten, dass Nichtraucher im Durchschnitt nicht nur über mehr Einkommen verfügen als Raucher, sondern ihr Einkommen auch nicht "mit der Zigarette" teilen müssten.

Hier die beiden Anlagen: 08-10NIM-Anlage1.pdf 08-10NIM-Anlage1.pdf   08-10NIM-Anlage2.pdf 08-10NIM-Anlage2.pdf

Ernst-Günther Krause

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 29 Oktober 2008 )