CSU nach dem Motto: "Sterben und sterben lassen"!
Veröffentlicht von Udo Hattwig   
Donnerstag, 09 Oktober 2008

Die Nichtraucher-Initiative München hat den designierten Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) für seinen Vorstoß zur Lockerung des Rauchverbots scharf attackiert. Seehofer handele nach dem Grundsatz „Sterben und sterben lassen“, sagte der Vorsitzende Ernst-Günther Krause am Donnerstag der Nachrichtenagentur ddp. Der künftige Regierungschef Bayerns missachte völlig die Freiheit der Nichtraucher: „Die sollen jetzt offenbar daheim bleiben“, kritisierte er.

Krause bezeichnete die Ankündigung als „Panikreaktion“. Eine kleine Gruppe von Wählern habe bei der Landtagswahl wegen des Rauchverbots nicht für die CSU gestimmt – „und schon muss man reagieren“. Seehofer denke da allerdings zu kurz, betonte Krause. Eine Mehrheit der CSU-Wähler unterstütze den Nichtraucherschutz. Diese werde Seehofer nun verprellen. Krause geht davon aus, dass es auch in der Bevölkerung Widerstand gegen eine Neuregelung geben werde.

Der Vorsitzende der Initiative zeigte sich allerdings nicht verwundert über die Überlegungen des designierten bayerischen Regierungschefs. Dieser habe schon in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister in den 90er Jahren „nichts für den Nichtraucherschutz“ getan.

Weder ein Verbot für Tabakwerbung noch eine Zugangsbeschränkung für Zigarettenautomaten habe er mittragen wollen. In Seehofers Amtszeit sei der Anteil rauchender Jugendlicher stark gestiegen.

Laut Krause wäre eine Lockerung des Rauchverbots „weder medizinisch noch ökonomisch“ sinnvoll. Bayerns Wirte hätten nach der Einführung des Rauchverbots keine Verluste hinnehmen müssen, sagt er. Vielmehr seien die Umsätze im ersten Halbjahr 2008 erstmals seit sieben Jahren wieder angestiegen.

Hier gibt es die Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik:

Umsatz Gastgewerbe Bayern 2004-2008 Tabelle1.pdf Umsatz Gastgewerbe Bayern 2004-2008 Tabelle1.pdf

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 09 Oktober 2008 )