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NID setzt 10.000 Euro aus für 30-Prozent-Nachweis Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Udo Hattwig   
Samstag, 04 März 2006

ImageDehoga liefert manipulierte Zahlen

Nichtraucher-Verein setzt 10.000 Euro aus für 30-Prozent-Nachweis
Denn Dehoga zufolge haben 31,5 Prozent der Gaststätten, die regelmäßig Speisen anbieten und über mehr als 75 qm Gastfläche oder mehr als 40 Sitzplätze verfügen, mindestens 30 Prozent Nichtraucherplätze.

"Diese Zahlen sind manipuliert", entgegnet Ernst-Günther Krause, geschäftsführender Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID). Telefonische Befragungen von 1.074 nach wissenschaftlichen Kriterien aus dem Telefonbuch ausgewählten Gaststätten (z.B. jede fünfte, jede zehnte) in Berlin, Erlangen, Mainz und Wiesbaden im Januar und Februar 2006 haben ergeben, dass höchstens 10 Prozent (nach der Umfrage 9,1 Prozent) der Betriebe den Kriterien der Vereinbarung zwischen dem Dehoga und dem Bundgesundheitsministerium aus dem vom Jahr 2005 entsprechen.

Die NID ist deshalb bereit, 10.000 Euro einer Person zu zahlen, die bis 31. Mai 2006 (Weltnichtrauchertag) als erste in Deutschland eine Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern findet, in der 3 von 10 Gaststätten jederzeit die "Dehoga-Kriterien" erfüllen. "Ich bin sicher, das Geld nie auszahlen zu müssen", erklärt Krause, "denn unsere Zahlen sind seriös erhoben und im Gegensatz zu den Zahlen der Dehoga nachprüfbar, weil wir alle Daten auf unserer Internetseite nichtraucherschutz.de mit Anschrift der befragten Betriebe veröffentlichen."

Dehoga hat bereits 2004 Zahlen manipuliert

Der Dehoga hat bereits 2004 Zahlen manipuliert. Anfang 2004 behaupte der Präsident des Dehoga, Ernst Fischer, dass das Gastgewerbe in Deutschland auf den Markt reagiert und bereits zahlreiche Angebote für Nichtraucher geschaffen habe. Diese Aussagen stützen "sich u.a. auf eine repräsentativ durchgeführte Untersuchung eines renommierten Forschungsinstitutes, bei der über 5.000 gastgewerbliche Unternehmer befragt wurden. Danach verfügen 39 % der befragten Restaurantbesitzer/-betreiber und 41 % der befragten Barbetreiber über einen separaten Gastraum für Nichtraucher." - so Heike Lehmann vom Dehoga in ihrer E-Mail vom 13. Febraur 2004 an NID-Mitglied Bernhard Seelmann.

Weiter heißt es darin: "Da es sich hierbei um eine anonyme Umfrage gehandelt hat, liegen uns leider keine Daten hinsichtlich der Unternehmensnamen oder der genauen Standorte vor. Wir bitten Sie dafür um Ihr Verständnis. Dies ist weder überzeugend noch glaubhaft, spricht doch die Stellvertretende Geschäftsführerin des Dehoga von einer "aktuellen großen nationalen Studie der Firma Marktplatz Hotel". Bei dieser Firma handelt es um ein Unternehmen, das u.a. - gegen Bezahlung - Adressen von Hotels und Gaststätten nach bestimmten Anforderungsprofilen anbietet.

Auf eine schriftliche Anfrage der NID antwortete die Marktplatz Hotel GmbH am 4. März 2004: "Leider haben wir ein solches Merkmal nicht in unserer Datenbank und können Ihnen dementsprechend auch kein Adressmaterial (zur nichtraucherfreundlichen Gastronomie, Anmerkung der NID) liefern. Die einzige Chance sehe ich in einer Teilnahme an der Gesamtmarktbefragung 2004/2005 mit der Platzierung einer Frage. Wir werden wie im letzten Jahr 250.000 Betriebe der Hotellerie und Gastronomie mit Hilfe eines Fragebogens zum Einkaufsverhalten, zu Ausstattungsmerkmalen etc. befragen. Hier besteht für unsere Kunden die Möglichkeit, eigene Fragen an die Branche zu platzieren und umfangreiche Ergebnisse aus dieser Studie zu erhalten.

 Nichtraucherplätze sind keine rauchfreien Plätze Feinstaubmessungen zeigen, dass die meisten der Nichtraucherplätze zum Teil erheblich mit dem Innenraumschadstoff Tabakrauch belastet sind. Ein Paradebeispiel für die Unwirksamkeit von Nichtraucherplätzen bietet das traditionsreiche Münchner Lokal Unionsbräu Haidhausen. Es wird geführt von Ludwig Hagn, dem Präsidenten des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes und Stellvertretenden Präsidenten des Dehoga. Im Gastraum gibt es zwei Tischreihen, eine mit und eine ohne Aschenbecher. Da die Trennung zwischen Raucher- und Nichtrauchertischen der Länge nach erfolgt (der Raum ist etwa fünfmal so lang wie breit), sitzen Nichtraucher und Raucher stets Tisch an Tisch. Kein Wunder also, dass die Messungen an Nichtraucherplätzen dieselbe Schadstoffbelastung bringen wie die an Raucherplätzen.

Selbst der ausschließlich für Nichtraucher reservierte Raum im Unionsbräu weist nur um etwa ein Drittel geringere Feinstaubwerte auf, weil er ausschließlich vom Raucherraum her belüftet wird. Die NID fordert deshalb einen gesetzlichen Schutz vor dem Innenraumschadstoff Tabakrauch in der Gastronomie.

Ernst-Günther Krause

 

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 05 März 2006 )
 
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