Home arrow Presse arrow Pressemitteilungen 2002 arrow 25 Jahre Nichtraucher-Initiative München e.V.
Menu
Home
News
Presse
Über uns
Zeitschrift NIM-Kurier
Infomaterial
Freizeitgestaltung
Sitemap
Impressum
Links
Suchen
25 Jahre Nichtraucher-Initiative München e.V. Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Freitag, 01 November 2002

Heute vor 25 Jahren gründeten 32 unfreiwillige Passivraucher die Nichtraucher-Initiative München e.V., kurz NIM.

Hauptanliegen war damals und ist es noch heute, einen umfassenden Nichtraucherschutz durchzusetzen gemäß der Erkenntnis, dass ein wirksamer Nichtraucherschutz die effektivste Förderung der Raucherentwöhnung ist. Ein wichtiges Teilziel wurde vor kurzem erreicht: Am 3. Oktober trat der neue Nichtraucherschutz-Paragraf 3a der Arbeitsstättenverordnung in Kraft. Danach hat der Arbeitgeber "die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind."

Begonnen hatten die Aktivitäten der NIM schon 1976 mit der Organisation des ersten Münchner Nichtraucherballs am 11. September im Künstlerhaus. Unterstützung erhielt der Verein von dem Biochemiker Prof. Dr. Frederic Vester, den die NIM als Schirmherrn gewinnen konnte.
Dem ersten Herbstball folgten viele "Nächte in Antinikotinien" im Fasching und Bälle zum Jahreswechsel. Bis zu 835 zahlende Nichtraucher und nicht rauchende Raucher nahmen jeweils die Gelegenheit wahr, in qualmfreier Atmosphäre das Tanzbein zu schwingen. Erst als das Künstlerhaus als Ort für Tanzveranstaltungen ausschied, endete ein paar Jahre später auch die fast 20-jährige Geschichte der Nichtraucherbälle.

Wichtiger als Tanzen ist für die Mitglieder der NIM der Wunsch, den qualmgeplagten Nichtrauchern am Arbeitsplatz, in Gaststätten und in öffentlich zugänglichen Räumen sowie entwöhnungswilligen Rauchern zu helfen. Bei mehr als hundert Informationsständen in der Münchner Fußgängerzone nahmen die interessierten Passanten zehntausende Druckschriften, tausende Poster und hunderttausende Aufkleber mit. Erstmals 1978 gab die NIM ein Verzeichnis nichtraucherfreundlicher Gastronomiebetriebe heraus, aus dem inzwischen – in Regie der Nichtraucher-Initiative Deutschland – ein veritabler, 1000 Einträge umfassender Gastronomieführer mit Internetausgabe wurde.

1981 führte die NIM einen Prozess gegen den Tabakkonzern Philip Morris wegen Verfremdung einer Marlboro-Werbung. Der Gerichtsstreit ging zwar in erster Instanz verloren, doch siegte die NIM in der Berufung vor dem Oberlandesgericht und der Revision vor dem Bundesgerichtshof. Die NIM ist damit wohl einer der wenigen Vereine, die einen Prozess gegen einen Tabakmulti auch in der letzten Instanz gewonnen hat.
Die Richter sprachen der NIM das Recht zu, die Werbung für ein "Großes Marlboro-Poker" in ein "Großes Mordoro-Poker" zu verfremden und die im Original angepriesenen Geldgewinne in Höhe von 150.000 Mark durch "1. Preis: Magengeschwür, 2. Preis: Herzinfarkt und 3. Preis: Lungen­krebs" zu ersetzen.

Die Entscheidung des obersten Gerichts bedeutete zugleich, dass die Tabakkonzerne keine Chance mehr haben, gegen Aufkleber wie "Marlboro – Gestank von Abhängigkeit und Langeweile" oder "Nur ein Esel geht meilenweit ..." juristisch erfolgreich vorzugehen.

1987 regte die NIM zwei Mitglieder zur Kandidatur auf einer Liste Nichtraucherschutz bei den Betriebsratswahlen bei Siemens-Hofmannstraße an und unterstützte sie bei der Verteilung der Werbe-Handzettel. Die Liste errang 12,2 Prozent der Stimmen und vier Sitze, von denen leider mangels weiteren Kandidaten nur zwei besetzt werden konnten.
Ein Jahr später initiierte die NIM die Gründung der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) und stellte damit sicher, dass das Thema Rauchen und Nichtraucherschutz auch auf Bundesebene angegangen wird.

1989 gründeten NIM-Mitglieder die Wähler-Initiative Nichtraucherschutz e.V. (WIN), die ein halbes Jahr später bei den Münchner Stadtratswahlen antrat und 0,5 Prozent der Wählerstimmen errang.

Anfang 2001 legte die NIM dem Stadtrat das Aktionsprogramm München rauchfreier 2001 mit Vorschlägen zur Verbesserung des Schutzes der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gäste der Stadt München vor den Gesundheitsgefahren des Tabakrauchs vor.

Eine von der NIM im Sommer 2001 beim Peinelt-Institut in Auftrag gegebene Umfrage brachte als Ergebnis, dass 42,3 Prozent der Bürger in München und Umgebung eine rauchfreies Bierzelt wollen. 34,8 Prozent sind dagegen, 18,1 Prozent gehen grundsätzlich in kein Bierzelt und 4,9 Prozent haben keine Meinung dazu.

Ernst-Günther Krause

Vorsitzender

Weitere Informationen zum Nichtraucherschutz-Paragrafen der Arbeitsstättenverordnung und vielen verwandten Themen finden Sie auf www.nichtraucherschutz.de.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 28 Januar 2006 )