Home
Menu
Home
News
Presse
Über uns
Zeitschrift NIM-Kurier
Infomaterial
Freizeitgestaltung
Sitemap
Impressum
Links
Suchen
Das geplante Gesetz schafft keine Sicherheit Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Udo Hattwig   
Freitag, 06 Februar 2009

Artikel aus der Dachauer-SZ vom 06.02.2009 - Autor: K. Hirschbrunn

Verbandssprecher (BHG) Daniel Haagen kritisiert die CSU:
Das geplante Gesetz schafft keine Sicherheit


Dachau. Die Wirte im Landkreis Dachau sind wütend auf die CSU: Die geplante Lockerung des Rauchverbots wurde auf der Jahresversammlung des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in Dachau stark kritisiert. An das vor einem Jahr in Kraft getretene Gesetz hätten sich die Gäste schon gewöhnt - jetzt sei wieder alles in der Schwebe.

"Verluste hat niemand gemacht im letzten Jahr", sagt der Kreisvorsitzende Daniel Haagen. Seit dem Rauchverbot hätten Kneipen als Raucherclub zumindest keine Gäste verloren, Wirtshäuser sogar mehr Besuch. "Die Raucher haben Verständnis, dass in Restaurants nicht geraucht werden darf", berichtet Michael Groß aus Bergkirchen, "viele sind sogar froh darüber".

Auch geschlossene Gesellschaften wie Hochzeiten und Betriebsfeiern, denen die Wahl frei stand, hätten sich nur in einem einzigen Fall fürs Rauchen entschieden, so Toni Christl vom Maierbräu in Altoünster. Deshalb ärgert es die Wirte, dass CSU und FDP jetzt wieder alles ändern wollen. "Das Rauchverbot wird seit drei Jahren auf dem Rücken der Gastwirte diskutiert", schimpft Haagen. Kreisgeschäftsführerin Susanne Gruber befürchtet, dass auch das geplante Gesetz keine Klarheit schafft. Den Jugendlichen sei der Raucherraum des Wirtshauses verboten, das verqualmte Bierzelt aber erlaubt. "Ist Jugendschutz teilbar?", fragt Gruber. Wegen der Ungleichbehandlung rechnet sie mit einer Klage. "Die Unsicherheit wird bleiben."
Beim Entwurf stehe der Populismus im Vordergrund, gut durchdacht sei das nicht. So dürften in Raucherräumen nur "kalte oder einfach zubereitete warme Speisen" serviert werden. "Was aber sind einfach zubereitete Speisen?", fragt Gruber in die Runde, "gehört ein Schnitzel noch dazu?"

Dass sie durch das geplante Gesetz ein Nebenzimmer als Raucherraum verwenden könnten, werden die Wirte nicht ausnutzen. Man wolle die Raucher an den Stammtischen nicht aus der großen Wirtsstube abschieben, im Nebenraum fehle die bayerische Atmosphäre. Vereine störe es außerdem, wenn vorher geraucht worden sei. Außerdem sei es für den Wirt unübersichtlich, wenn ein paar Gäste im Hauptsaal und ein paar im kleinen Nebenraum sitzen. Groß geht es auch um die Wirtsleute selbst: "Meine Frau ist Nichtraucherin. Wenn der Arzt zu ihr sagt: "Jetzt hören Sie aber mal auf mit dem Rauchen", dann finde ich das bedenklich. "

Die Wirte haben sich mit dem Rauchverbot eingerichtet, ändern werden sie nichts - was bleibt ist der Ärger über den politischen Schlingerkurs.

Anmerkungen:

Es ist nur zu hoffen, dass die Betonköpfe in der bayerischen Regierung diese  Wirte-Meinungen übermittelt bekommen. Eine FDP, der das Freiheitsrecht auf Vergiftung wichtiger ist als der Schutz der Nichtraucher und eine CSU auf der Suche nach verlorenen Wählerstimmen, können diese Meinungen nicht ignorieren.

Der effektive Nichtraucherschutz ist nicht mehr aufzuhalten - auch nicht von der Bayerischen Staatsregierung. Eine Verzögerung des Prozesses durch den Blick auf vermeintliche Raucher-Wählerstimmen ist alles, was erreicht werden kann.

Dieser Murksentwurf eines Gesundheitsschutzgesetzes wird erneut Klagen nach sich ziehen. Die Wettbewerbsverzerrung ist vorprogrammiert - eines der höchsten bayerischer Verfassungsgüter, der Schutz der menschlichen Arbeitskraft wird durch diesen Gesetzentwurf missachtet. Die Angestellten in der Gastronomie müssen in giftgeschwängerter Umgebung arbeiten - und dies mit staatlichem Segen!

Ein Appell an die Wirte: Es steht euch frei, die Möglichkeiten des Gesetzes nicht zu nutzen.
Behaltet eure rauchfreien Lokale - schafft keine Raucher-Nebenzimmer.

Laut Bundes-Drogenbeauftragter sinkt der Anteil der rauchenden Jugendlichen! - auf lange Sicht wird das Nichtraucher-Potential an Gästen größer! Außerdem steigt der Anteil an Nichtrauchern, die es sich nicht mehr gefallen lassen vergiftet zu werden. Diese Gäste müssen ihr Einkommen auch nicht mit der Zigarette teilen und bringen es gerne in eine rauchfreie Gaststätte.

Udo Hattwig

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 06 Februar 2009 )
 
< zurück   weiter >