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Kompromisse auf Münchner Art Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Udo Hattwig   
Sonntag, 03 Dezember 2006

Noch bevor ein Gesetz in Kraft gesetzt ist, machen sich die Münchner Gastronomen Gedanken, wie man eine Gesetzesregelung möglichst raucherfreundlich gestalten kann.
Franz Rauch von der Diskothek P1 beklagt, dass der "blaue Dunst in der Luft" ein Teil der "Genusskultur" in einer Diskothek sei: "Ich feiere, ich tanze - das ist kein Ort für Einschränkungen."

Nachdem Franz sich fragt, wie die Abgrenzung zwischen Club und Disco funktionieren soll, ist anzunehmen, dass Disco-Besitzer eine Möglichkeit finden, ihren Lokalitäten in Clubs umzubenennen, um so Verboten entgegen zu wirken.

Georg Schneider wird sich demnächst mit seinem Architekten zusammensetzen. Der Betreiber vom Weissen Brauhaus im Tal wird einen Bereich - die stets dunstgeschwängerte Schwemme oder den hinteren Teil zur rauchfreien Zone machen, der andere bleibt offen für Zigarillo & Co. Und dazwischen muss eben, so verlangt es der Beschluss, eine Tür. "Die ist schnell eingebaut", sagt Schneider. Nicht gerade praktisch für die Bedienungen - aber Schneider hat schon ein paar Überlegungen angestellt, natürlich reine Gedankenspielerei: "Die Tür ist da, aber sie bleibt offen. Das wäre ein gelebter Kompromiss."
Man sieht, die Wirte machen sich bereits jetzt Gedanken, wie man diesen Gesetzes-Vorschlag (sofern er so beschlossen werden sollte!) so umsetzen kann, dass die Raucher nur wenige Einschränkungen erwarten dürfen. Eine stets offenstehende Tür in den Raucherraum führt dazu, dass die Schadstoffbelastung im Nichtraucherbereich ansteigt und alles so bleibt wie es ist.

Der jetzt vorgelegte Entwurf ist in vielen Bereichen begrüßenswert. Völlig inakzeptabel ist jedoch die Regelung für den Gastronomiebereich. Verunsicherung und Umgehung der Vorschriften werden die Folge sein, da die meisten Gastwirte raucherfreundliche Regelungen finden werden.
Die Wettbewerbsverzerrungen im Vergleich von kleinen und großen Lokalen werden ganz erheblich sein, da kleinere Restaurants meist über keine extra Räume verfügen und der Einbau von Wänden nicht möglich ist.

Udo Hattwig
Stellv. Vorsitzender Nichtraucher-Initiative München e.V.

Quelle: SZ vom 2./3.12.06

 

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 03 Dezember 2006 )
 
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